16.05.2019

Bahlsen lässt Rolle zur Zeit des Nationalsozialismus wissenschaftlich aufarbeiten

Das Unternehmen Bahlsen und die Eigentümerfamilie lassen die Rolle der Firma zur Zeit des Nationalsozialismus wissenschaftlich aufarbeiten. Auslöser sind die aktuellen Diskussionen über Zwangsarbeiter bei Bahlsen. Professor Dr. Manfred Grieger von der Universität Göttingen hat aktuell den Auftrag, ein unabhängiges Expertengremium zusammenzustellen und gemeinsam mit ihm eine wissenschaftlich fundierte Unternehmensgeschichte zu verfassen. In diesem Zusammenhang wird auch genauer untersucht, welche Rolle die Zwangsarbeiter bei Bahlsen spielten und wie das Unternehmen mit ihnen umging.

Bereits in den 90er Jahren hat ein Forschungsprojekt des Instituts für politische Wissenschaft der Universität Hannover die Belegschaftsgeschichte der Firma Bahlsen betrachtet, darunter auch die Zeit des Nationalsozialismus. Das Unternehmen hatte dafür seine Archive geöffnet. Das Expertengremium soll jetzt besonders dieses Kapitel der Firmengeschichte noch genauer aufarbeiten und die damalige Entwicklung des Familienunternehmens in seinen Zusammenhängen darstellen. Über die Konstituierung der Historikerkommission und das weitere Vorgehen wird gesondert informiert.


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Bahlsen is having its role played in forced labor during the era of National Socialism researched scientifically

Bahlsen and the owning family are having the role Bahlsen had during the era of National Socialism researched scientifically. This was triggered by the current discussions surrounding forced labor at Bahlsen.

Professor Dr. Manfred Grieger of the University of Göttingen has been contracted to put together an independent panel of experts to compose a scientifically founded company history. Bahlsen’s role in forced labor will be examined in detail in this composition, including the treatment of forced laborers at Bahlsen.

In the 90s, a research project conducted by the Institute of Political Science at the University of Hannover examined the history of the workforce at Bahlsen, including the time during the era of National Socialism. The company opened its archives for that purpose.

The panel of experts will research this chapter of the company history in even more detail and determine the past development of the family company in this regard. The constitution of the expert panel of historians and the further steps will be made known in a separate statement.

 

15.05.2019

Erklärung Verena Bahlsen / Statement Verena Bahlsen

Verena Bahlsen bedauert ihre Äußerungen zu Zwangsarbeitern bei Bahlsen und entschuldigt sich mit persönlichen Worten:

„Dass aus meiner Rede über Nachhaltigkeit in der Wirtschaft auf dem Marketing-Kongress in Hamburg eine Debatte über deutsche Geschichte und Zwangsarbeiter im Dritten Reich sowie die Rolle des Unternehmens Bahlsen dabei geworden ist, bedauere ich sehr. Das war keinesfalls meine Absicht. Dass ich die Debatte später durch unbedachte Äußerungen verstärkt habe, war ein Fehler. Das tut mir leid. Nichts liegt mir ferner, als den Nationalsozialismus und seine Folgen zu verharmlosen.

Ich habe auch erkannt, dass ich mich intensiver mit der Historie des Unternehmens, dessen Namen ich trage, beschäftigen muss. Als Nachfolgegeneration haben wir Verantwortung für unsere Geschichte. Ich entschuldige mich ausdrücklich bei all denen, deren Gefühle ich verletzt habe.“       


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Verena Bahlsen deeply regrets statements she made concerning forced labor at Bahlsen and apologizes with a personal statement:

"I deeply regret that my speech on economic sustainability at the marketing congress in Hamburg has turned into a debate on German history and forced labor in the Third Reich and the role Bahlsen played. That was not my intention in any way. It was a mistake to amplify this debate with thoughtless responses. I apologize for that. Nothing could be further from my mind than to downplay national socialism or its consequences.

I have also recognized that I need to learn the more about the history of the company whose name I carry. As the next generation, we have responsibility for our history. I expressly apologize to all whose feelings I have hurt."

 

 

13.05.2019

Statement: Zwangsarbeit bei Bahlsen während des Zweiten Weltkrieges

Bei Bahlsen wurden in den Kriegsjahren Zwangsarbeiter in der Produktion beschäftigt. Insgesamt waren in den Jahren 1943 bis 1945 schätzungsweise 200 Zwangsarbeiter, vorwiegend Frauen, in der Produktion bei Bahlsen eingesetzt.

Entschädigungsklagen von ehemaligen Zwangsarbeitern wurden durch das Landgericht Hannover aufgrund von Verjährung abgewiesen. Im Dezember 1999 entschied sich das Unternehmen für den Eintritt in die Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft für die Entschädigung ehemaliger Zwangsarbeiter in Deutschland in der Zeit des Zweiten Weltkrieges. An diese Stiftung erfolgten vom Unternehmen im Jahr 2000 eine Zahlung über 1.000.000 DM und im Jahr 2001 eine Zahlung über 500.000 DM.

Das Unternehmen ist sich bewusst, welch großes Leid und Unrecht den Zwangsarbeiter sowie vielen anderen Menschen damals widerfahren ist und erkennt hierin seine historische und moralische Verantwortung. Es wird die Geschichte der Zwangsarbeiter bei Bahlsen von unabhängigen Historikern noch umfassender aufarbeiten lassen und veröffentlichen.


 

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At Bahlsen, forced laborers worked in production during the war period. Overall, from 1943 to 1945, an estimated 200 forced laborers, mainly women, worked in production at Bahlsen.

Compensation claims of former forced laborers were dismissed by the District Court of Hannover due to the expiration of the limitation period. In December 1999, the company decided to join the initiative of the Foundation of German Business for compensating former forced laborers in Germany during the time of the Second World War. In the year 2000, the company made a payment of 1,000,000 DM, and 500,000 DM in 2001, to this foundation initiative. 

The company is aware of the great grief and injustice suffered by forced laborers and so many other people then and herein recognizes its historical and moral responsibility. It will have the history of the forced laborers at Bahlsen researched even more fully by independent historians and published.